Und noch ein weiterer Text, der sich teilweise auf meinen zum Thema Kabelquerschnitte bezieht. Es macht also Sinn, diesen ebenfalls zu lesen.
Neben den Sicherungen und dem Kabelwiderstand beinflussen maßgeblich die Übergangswiderstände die Qualität einer Stromversorgung. Diese können bei schlecht gequetschten Steckern, korrodierten Kontakten usw. sehr schnell einen erheblichen Spannungsabfall verursachen. Nicht umsonst sind Kabelschuhe und andere Teile der Stromversorgung meist vergoldet, weil dadurch die Korrosionsgefahr maßgeblich sinkt. Gold-Gold hat sogar einen höheren Übergangswiderstand als eine Verbindung von zwei blanken Kupferstücken. Das nimmt man aber aufgrund der Optik und der Witterungsbeständigkeit gerne in Kauf. Zinn hat übrigens einen recht schlechten Übergangswiderstand, es ist also nicht sinnvoll Kupfer zu verlöten, damit es einen guten Kontakt hat. Aus Stabilitätsgründen und der EInfachhait halber macht man das dann trotzdem oft. Verpreßt wäre aber besser.
Was beeinflußt neben dem Material noch den Übergangswiderstand? Erstmal die Auflagefläche. Je größer, desto geringer der Widerstand. Das ist logisch. Da aber die verbundenen Materialien keine absolut glatten Oberflächen haben, macht auch der Anpreßdruck einiges aus. je fester zwei Kontaktflächen aneinandergepreßt werden, desto geringer ist der Übergangswiderstand.
Dies macht auch klar, warum ein ANL-Halter einem Glasrohrsicherungshalter überlegen ist. Dort ist zum einen die Auflagefläche der Sicherung wesentlich höher und die Sicherung ist nicht nur lose gesteckt sondern wird fest verschraubt.
Kabelschuhe sollte man also nicht nur aus Sicherheitsgründen fest und gut anliegend verquetschen.
Jede unnötige Kontaktstelle sollte vermieden werden. Sehr beliebt sind ja Sicherungsverteiler. Diese haben mehrere Nachteile: Sie sorgen für 4 zusätzliche Kontaktstellen (2x Kabel + 2x Sicherungen) und die Sicherungen haben ebenfalls einen Widerstand. Es ist daher sinniger jede Endstufe mit einem eigenen Stromkabel zu versehen, auch wenn dieses dann dünner ausfällt. Un wenn sollte man zumindest normale Verteiler einsetzen und keine mit integrierten Sicherungen, auch wenn man dann keine Querschnittsverjüngung durchführen kann, bzw. auf die Empfehlungen der DIN dazu pfeift. (Siehe Beitrag Sicherungswerte).
Weiterhin kann es sinnvoll sein, seine Minusverkabelung direkt zum Akku zu führen, weil man dadurch 4 Übergangswiderstände spart.
Da Übergangswiderstände einen veritablen Anteil am Leistungsverlust durch Verluste in der Verkabelung haben wird auch klar, warum 50mm² Verkabelungen durchaus um einiges besser sein können als einfache Ebay-Sets mit gelogenen 25mm² Kabeln:
Es hängt eben nicht nur vom Kabelwiderstand ab wieviel Spannungsverlust man hat, sondern auch von der Peripherie. 50mm² Kabel haben meist ANL-Halter mit hohen Sicherungswerten, die Kabel haben durch den größeren Durchmesser & Umfang auch eine größere Anlagefläche in Kabelschuhen und Haltern. All dies führt dazu, daß eine 50mm² Verkabelung durchaus deutliche Vorteile gegenüber einem 16mm² Kabelset haben kann. Der Kabelwiderstand macht hier aber nicht den Hauptteil aus, der liegt bei Sicherungswert und besserer Peripherie. Ein 16mm² Kabel mit ANL-Halter und gut gequetschten, großen Kabelschuhen wird nicht wesentlich schlechter sein als ein 50mm².
Eine gut gemachte 10mm² Verkabelung z.B. mit Mini-ANL-Halter ohne Verteilungen etc. ist IMHO keine wesentlich schlechtere Stromversorgung als eine einfach aufgebaute 25mm².
Gruß
Fabian