Hallo.
Also packen wir das Thema von Vorne an und probieren es so einfach wie möglich zu erklären.
Lautsprecher (LS)
Im Bereich der LS gibt es zwei elektrische Größen, deren Wert in Ohm angegeben wird:
1. Impedanz (Z): die Impedanz ist der gemittelte und gerundete WECHSELSTROMWIDERSTAND des LS oder der Box und fast ausnahmslos immer bei 2, 4 oder 8 Ohm.
2. Gleichstromwiderstand (Re): der ohmsche, direkt meßbare GLEICHSTROMWIDERSTAND des LS; er liegt meist 20% unter Z.
Wenn von den Widerständen des LS gesprochen wird, ist hier speziell immer die Schwingspule gemeint.
Die Bedeutung in der Praxis
Die Impedanz Z des LS kommt vorallem dann zum tragen, wenn dieser an einen Versärker angeschlossen wird, oder mehrere LS miteinander in Reihe-, Parallel- oder Serienschaltung miteinander verkabelt werden und es gilt, die Impedanz des Komplettsystemes zu ermitteln. Dies hat dann auch wieder Auswirkung darauf, ob ich meine LS z. B. in gebrückten Zustand an einem Verstärker betreiben kann, oder vielleicht eine High-Current Endstufe benötige.
Wichtig zu wissen
Werden zwei LS parallel miteinander verkabelt, so halbiert sich die Impedanz der LS z. B. 4 Ohm + 4 Ohm = 2 Ohm
Mit der Formel Rges. = 1/R1 + 1/R2 + 1/R3...usw. läßt sich das ganz leicht berechnen.
Werden zwei LS in Reihe miteinander verkabelt, so addiert sich die Impedanz der LS z. B. 4 Ohm + 4 Ohm = 8 Ohm
Mit der Formel Rges = R1+ R2 + R3...usw. läßt sich auch das ganz leicht berechnen.
Rges. bedeutet in der Formel Resistant gesammt (=Gesamtwiderstand der LS) und ist nich zu verwechseln mit Re.
Eine Serienschaltung ist die Kombination aus Reihen- und Parallelschaltung und wird vorallem dann verwendet, wenn mehrere LS an einen Verstärker angeschlossen werden sollen und die Impedanz der Angeschlossenen LS nicht zu niedrig sein darf oder soll.
Verstärker (Amp)
Bei den Verstärkern wird die minimal (oder maximal mögliche) Anschlußimpedanz der LS mit den Wert Ohm bezeichnet.
Dieser soll Auskunft darüber geben, welche Impedanz das Komplettsystem minimal oder maximal haben darf, um es mit einem bestimmten Verstärker verwenden zu können.
Bei einem Verstärker kann man in der Bedienungsanleitung immer lesen: Impedanz stereo max. 2 Ohm. Das bedeutet, der Verstärker kann im Stereobetrieb (also 2-Kanalbetrieb) maximal zwei parallelgeschaltete LS verwenden, bei denen jeder einzelne eine Impedanz von 4 Ohm hat (wir haben uns gemerkt: 4 Ohm + 4 Ohm parallel = 2 Ohm).
Für den Monobetrieb würde das heißen (und jetzt kommt die große Ausnahme), daß der Verstärker nur EINEN LS mit einer Impedanz von 4 Ohm antreiben kann. Das liegt daran, daß im gebrückten Zustand jeder der beiden verwendeten Kanäle nur die halbe Impedanz des angeschlossenen LS "sieht". Also 2 Ohm. Und somit wäre der Verstärker schon ausgelastet.
Man könnte jetzt noch tausende Seiten schreiben, wie sich die ganzen Ohm-Geschichten auf den Innenwiderstand eines Verstärkers auswirken, was es mit der Stromaufnahme zu tun hat, wie Impedanz mit Dämpfungsfaktor in Wechselwirkung steht usw usw. Da dies meinen zeitlichen Rahmen sprengen würde, hoffe ich mit den o. g. Erklärungen zumindest etwas weitergeholfen zu haben. Die angegebenen Rechnungen sind ausschließlich Beispiele und sollen dazu dienen, das Grundprinzip zu erläutern. Andere Varianten und Werte sind jederzeit möglich.
Gruß
Shakerz