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dermoh

Druffhabinger

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1

Thursday, December 5th 2002, 7:31am

Die Sache mit den Ohms

Also, ich wurde gebeten meine Frage in nem neuen Beitrag zu stellen.

Es geht darum, das ich keine Ahnung hab, was die Angaben der Wiederstände (1,2,4 & 8 Ohm) an Endstufen oder Subwoofern zu sagen haben.

Ich hoff mir kann das jemand kurz erklären und ich habs nirgends auf der Page überlesen.
MfG Frank

Shakerz

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2

Thursday, December 5th 2002, 11:18am

Die Sache mit den Ohms

Hallo.
Also packen wir das Thema von Vorne an und probieren es so einfach wie möglich zu erklären.

Lautsprecher (LS)

Im Bereich der LS gibt es zwei elektrische Größen, deren Wert in Ohm angegeben wird:

1. Impedanz (Z): die Impedanz ist der gemittelte und gerundete WECHSELSTROMWIDERSTAND des LS oder der Box und fast ausnahmslos immer bei 2, 4 oder 8 Ohm.

2. Gleichstromwiderstand (Re): der ohmsche, direkt meßbare GLEICHSTROMWIDERSTAND des LS; er liegt meist 20% unter Z.

Wenn von den Widerständen des LS gesprochen wird, ist hier speziell immer die Schwingspule gemeint.

Die Bedeutung in der Praxis

Die Impedanz Z des LS kommt vorallem dann zum tragen, wenn dieser an einen Versärker angeschlossen wird, oder mehrere LS miteinander in Reihe-, Parallel- oder Serienschaltung miteinander verkabelt werden und es gilt, die Impedanz des Komplettsystemes zu ermitteln. Dies hat dann auch wieder Auswirkung darauf, ob ich meine LS z. B. in gebrückten Zustand an einem Verstärker betreiben kann, oder vielleicht eine High-Current Endstufe benötige.

Wichtig zu wissen

Werden zwei LS parallel miteinander verkabelt, so halbiert sich die Impedanz der LS z. B. 4 Ohm + 4 Ohm = 2 Ohm
Mit der Formel Rges. = 1/R1 + 1/R2 + 1/R3...usw. läßt sich das ganz leicht berechnen.

Werden zwei LS in Reihe miteinander verkabelt, so addiert sich die Impedanz der LS z. B. 4 Ohm + 4 Ohm = 8 Ohm
Mit der Formel Rges = R1+ R2 + R3...usw. läßt sich auch das ganz leicht berechnen.

Rges. bedeutet in der Formel Resistant gesammt (=Gesamtwiderstand der LS) und ist nich zu verwechseln mit Re.

Eine Serienschaltung ist die Kombination aus Reihen- und Parallelschaltung und wird vorallem dann verwendet, wenn mehrere LS an einen Verstärker angeschlossen werden sollen und die Impedanz der Angeschlossenen LS nicht zu niedrig sein darf oder soll.


Verstärker (Amp)

Bei den Verstärkern wird die minimal (oder maximal mögliche) Anschlußimpedanz der LS mit den Wert Ohm bezeichnet.

Dieser soll Auskunft darüber geben, welche Impedanz das Komplettsystem minimal oder maximal haben darf, um es mit einem bestimmten Verstärker verwenden zu können.

Bei einem Verstärker kann man in der Bedienungsanleitung immer lesen: Impedanz stereo max. 2 Ohm. Das bedeutet, der Verstärker kann im Stereobetrieb (also 2-Kanalbetrieb) maximal zwei parallelgeschaltete LS verwenden, bei denen jeder einzelne eine Impedanz von 4 Ohm hat (wir haben uns gemerkt: 4 Ohm + 4 Ohm parallel = 2 Ohm).

Für den Monobetrieb würde das heißen (und jetzt kommt die große Ausnahme), daß der Verstärker nur EINEN LS mit einer Impedanz von 4 Ohm antreiben kann. Das liegt daran, daß im gebrückten Zustand jeder der beiden verwendeten Kanäle nur die halbe Impedanz des angeschlossenen LS "sieht". Also 2 Ohm. Und somit wäre der Verstärker schon ausgelastet.

Man könnte jetzt noch tausende Seiten schreiben, wie sich die ganzen Ohm-Geschichten auf den Innenwiderstand eines Verstärkers auswirken, was es mit der Stromaufnahme zu tun hat, wie Impedanz mit Dämpfungsfaktor in Wechselwirkung steht usw usw. Da dies meinen zeitlichen Rahmen sprengen würde, hoffe ich mit den o. g. Erklärungen zumindest etwas weitergeholfen zu haben. Die angegebenen Rechnungen sind ausschließlich Beispiele und sollen dazu dienen, das Grundprinzip zu erläutern. Andere Varianten und Werte sind jederzeit möglich.


Gruß

Shakerz

Hitower

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3

Thursday, December 5th 2002, 11:58am

Die Sache mit den Ohms

HI
EIn ausführlicher bericht! Nur:

Die Formel für die Parallelschaltung ist falsch!

1/Rges. = 1/R1 + 1/R2 + 1/R3...usw.
1/2 = 1/4 + 1/4

Also bei 2 parallelen 4Ohm Impedanzen werden es 2 Ohm!

Und die maximal mögliche Anschlußimpedanz ist eigendlich nicht so interrestant! DIese wäre nämlich unendlich und die Leistung daran = 0
Das wäre der Fall wenn nix angelschlossen ist!

Die Minimale Anschlußimpedanz am Amp sollte man nicht unterschreiten!

Aber es gibt Endstufen die halten (mit einigen Tricks) Impedanzen unterhalb dieser Grenze aus! Nur erlischt dann die Garantie bzw. man sollte wissen was man mit seinem Amp tut!

Liegt halt auch noch immer am Chassis welches angeschlossen ist!
Der Peerless (als Beispiel) hat im Geschlossenem Gehäuse nen Re von 1,8Ohm und in Bassreflex rund 3 Ohm!

Die Angabe 1 Ohm Stabil heißt zwar, das der Amp 1Ohm kann, aber dann ist noch die Frage ob nach DIN!

Ein Beispiel:

4 Raptoren mit je 4 Ohm (oben gelernt -> 1Ohm) +
1 US AMP 1 Ohm Stabil = teures Vergnügen, denn der Amp raucht ab!

Hier sollte man halt auch Erfahrungen von kompetenen Händlern oder dBlern hören was ein Amp kann und was nicht mehr!

Gruß
Daniel



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dermoh

Druffhabinger

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4

Thursday, December 5th 2002, 12:46pm

Die Sache mit den Ohms

Danke erstmal, werd mir das gleichmal kopieren.
Steht das eigentlich schon irgendwo bei den Tips&Tricks?
Wenn nicht könnte man es ja hinzufügen.
Falls ihr noch mehr infos habt, immerher damit.  :D
MfG Frank

Shakerz

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5

Thursday, December 5th 2002, 3:26pm

Die Sache mit den Ohms

Ich hatte selbstverständlich bei Rges. den 1er vergessen. In der Eile kann das schon mal vorkommen. Und das zwei parallel geschaltete LS mit 4 Ohm eine Zges. von 2 Ohm haben, wurde ja erwähnt.

Und wenn wir schon mal bei der Korrektur bleiben, wollen wir da auch gleich mal weitermachen.

Zitat:

"Und die maximal mögliche Anschlußimpedanz ist eigendlich nicht so interrestant! Diese wäre nämlich unendlich und die Leistung daran = 0
Das wäre der Fall wenn nix angelschlossen ist!"

Ist so gesehen richtig. Jedoch soll es auch Hersteller geben, die einen Betrieb des Verstärkers an einer Z von 8 Ohm berücksichtigen. Der Verstärker gibt zwar weniger Leistung ab, jedoch hat man einen brutal guten Dämpfungsfaktor. Für Klang & High-End Freaks durchaus eine sinnvolle Möglichkeit, seine LS so zu schalten. Außerdem ist die Verzerrung am Verstärker geringer. Und wenn man einmal eine derartige Kombi gehört hat, versteht man es auch. Für SPL-Anwendungen hat dies sicherlich keinen Sinn.

Zitat:
"Der Peerless (als Beispiel) hat im Geschlossenem Gehäuse nen Re von 1,8Ohm und in Bassreflex rund 3 Ohm!"

Falsch. Der Gleichstromwiderstand Re bleibt immer gleich. Die Impedanz Z verändert sich in Abhängigkeit der Gehäusekonstruktion und (vorallem) in Abhängigkeit der Frequenz und des Übertragungsbereiches (Wechselstromwiderstand). Deshalb auch der Unterschied bei den verschiedenen Gehäusebauarten.

Wie soll man durch die Gehäusebauart Einfluß auf Re nehmen?
Der Gleichstromwiderstand (und den kann man eben nur in Ruhezustand messen) würde sich nur verändern, wenn man Einfluß auf die Charakteristik der Schwingspule nimmt (Anzahl der Wicklungen ändern, dicker oder dünner Draht usw.)


Gruß

Shakerz