Schon mal was vom URI gehört?
Als angehender Physiklehrer hab ich schonmal vage davon gehört. Und eben deswegen sage ich ja, daß die Kabeldicke keinen so großen Einfluß auf die Leistung hat wie hier immer behauptet wird. Jeder darf sich das einbauen was er für nötig hält und was der Geldbeutel hergibt. Aber zu behaupten 10mm² sind für 1100 Watt RMS definitiv zu wenig ist eben nicht richtig. Klar gehen da ein paar mehr Watt verloren als mit 50mm² aber das ist prozentual gesehen lächerlich wenig, vor allem wenn man bedenkt, wieviel mehr Leistung man braucht um nur einen kleinen Lautstärkeanstieg zu registrieren.
Ich bin da halt anderer Meinung als die Verkäufer und damit auch vieler Hobbyisten. Ich kann meine Meinung aber mit Formeln und Praxiserfahrung belegen. Im Kabel geht lächerlich wenig Leistung flöten. Die Übergangswiderstände von Steckern, Verteilern oder Sicherungshaltern sind da widerstandstechnisch schon wesentlich problematischer aber immer noch keiner Überlegung wert. Bei der Sicherung selber ist dagegen das "Sparpotential" konzeptbedingt größer, wenn auch nicht wirklich riesig.
Bei den Batterien gebe ich dir teilweise Recht. Meist geht eine Steigerung der Kapazität mit einer Steigerung des Kurzschlußstromes einher. Muß aber nicht. Der Hersteller hat es in der Hand eher Richtung Kapazität oder Richtung Kurzschlußstrom zu entwickeln. Ich persönlich würde einen 60Ah Akku mit 600A einem 80Ah mit 450A vorziehen. Ach ja: Der Innenwiderstand gibt mittelbar den Kurzschlußstrom an, man denke an den URI! Wenn man eine Batterie mit einem gewissen Innenwiderstand kurzschließt fließt in der Regel der Strom I=U/R, wobei je nach Spannungsquelle die Spannung beim Kurzschluß absinkt und der echte Wert sich so vom rechnerischen unterscheidet. Deswegen auch die Unterschiede bei Akkus wenn der Kurzschlußstrom und der Strom nach Euronorm angegeben ist. Letzterer ist ein echter Meßwert bei einer bestimmten Temperatur, ersterer ergibt sich meist aus dem Innenwiderstand und ist in der Praxis kaum realisierbar. Der Innenwiderstand hat übrigens nicht unbedingt was mit der Reaktionsgeschwindigkeit der Batterie zu tun, die ist konzeptionell bedingt und ich kenne keinen Hersteller, der die Stromkurve angibt und dafür einen Wert auf die Batterie druckt (wie sollte der auch aussehen?). Der Wert ist ja auch nur für uns Spinner interessant. Ob der Anlasser 20ms später vollen Saft bekommt ist ja wurscht.
Zum Thema serienmäßige Kiste: hattest du die nicht vorher im entsprechenden Auto ausprobiert? Wenn man das so macht klingt ja die serienmäßige so wie man es will. Ohne vorheriges Probehören kanns - Fertigkiste oder nicht - eben nicht auf Anhieb passen und man muß umbauen. Wenn man dann Dank Messung oder Erfahrung weiß bei welchen Frequenzen das Auto eine Überhöhung braucht dann klappt das ja auch.
Anfängern kann ich nur raten, fertige Subs zu kaufen und im Auto probezuhören oder einen Profi die Kiste bauen und anpassen zu lassen. Ich kenne 2 Leute hier in der Gegend, die viel mehr für die Sub-Endstufenkombination ausgegeben haben wie ich und bei denen der Bass weniger Spaß macht. Das geben die sogar zähneknirschend zu. Die haben halt Testsieger für richtig Schotter gekauft und meinen dann das müsse dann in ihrer Karre auch gut klingen und das ist halt leider oft ein Trugschluß. Wirklich schlecht drückt es nicht, aber da müßte eigentlich mehr kommen für das Geld.
So... genug rumgeätzt, ich gehe euch bestimmt mit meiner Besserwisserei auf die Nerven und das will ich ja nicht. Ich vertrete halt die dunkle Seite des CarHiFi, wo Kabel nicht ganz so dick und Komponenten nicht unbedingt Testsieger sein müssen...
Möge die Macht mit Euch sein!
Gruß
Fabian