Hallo Bastelfraktion,
je stromhungriger die Car-Hifi-Komponenten mit der Zeit werden, desto größer werden die Batterien. Diese wollen jedoch auch ordentlich geladen werden. Da es aber auch fahrende Spaarschweine (Daihastu Cuore) gibt, dessen 30A-Lichtmaschine etwas überfordert ist 100 Amperestunden vollzukriegen und nebenbei noch Licht, Lüftung und Anlage zu betreiben, muss dementsprechend etwas nachgeholfen werden.
Im folgenden werde ich beschreiben, wie man die original Lichtmaschine eines Daihatsu Cuore L701 gegen eine 100A-Lichtmaschine vom Opel-Astra G austauscht.
Zunächst einmal das benötigte Zubehör und Werkzeuge:
- Keilriemen aus dem Zubehör 4PK763
- 100 A Lichtmaschine Astra G
- 5mm starkes Flacheisen (ca. 10cm x 2cm)
- Elektrozeugs (Kabelbinder, Kabelschuhe, Schrumpfschlauch, Kabel etc.)
- 2x Mutter M8 (bei Muttern und Schrauben möglichst Festigkeitsklasse 8.8 verwenden)
- 1x Sechskantschraube M

50 + 2 passende Unterlegscheiben
- Abstandsbuchse (in dem Fall eine Mutter M21) + 2 Unterlegscheiben
- Standard-LED 5mm (3,5V)
- Vorwiderstand 200Ohm
- Ratsche
- Nuss (8er, 10er, 13er, 14er)
- Maulschlüssl (10er, 12er, 13er )
- Winkelschleifer mit Schrubscheibe
- Lötkolben, Lötzinn
- Schutzbrille, Gehörschutz
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Und los...
Zuerst wird zur Sicherheit die Batterie(n) von der Fahrzeugelektrik getrennt.
Bild 01: Erster Versuch ob das mit der Astra-Lima überhaupt passen könnte.
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Bild 02: Vergleich beider Lichtmaschinen. Ein gewisser Größenunterschied ist zu vernehmen.

Die Rippen der Riemenscheibe haben das gleiche Profil. Daher ist ein Austausch der Riemenscheibe nicht nötig. Anmerkung: Bei der Astra-Lima bleibt eine Rille ungenutzt. Das Durchgangsloch und das Gewinde für die Befestigung ist auch identisch.
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Bild 03: Bevor mit dem Einbau begonnen wird ist eines klarzustellen. Die Ladekontrollleuchte (rotes Batteriesymbol im Cockpit) funktioniert mit der Astra-Lima nicht so wie sie soll. Daihatsu hat dort offensichtlich eine andere Verschaltung gewählt.
Da es jedoch wichtig ist gewarnt zu werden wenn die Lichtmaschine ausfällt, wird einfach eine eigene Ladekontrollleuchte gebastelt. (siehe Bild)
Von dem Flachstecker im Motorraum über einen Widerstand zur LED im Innenraum wieder zurück zum Vorerregungsanschluss (8er Nuss) der Lima. Fertig.
Natürlich sollte dass 6mm²-Ladekabel gegen ein dickeres getauscht werden. Ich habe zu 35mm² (Befestigung mit 13er Maulschlüssel) gegriffen.
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Bild 04: Den Wasserbehälter demontieren, damit man etwas mehr Platz hat. Dazu die drei Schrauben entfernen. (10er Nuss)
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Bild 05: Der Wasserbehälter kann seitlich rausbaumeln. Freiraum fürs Werkeln.
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Bild 06: Lösen des Ladekabels mit 10er Mauschlüssel (Ringöse) und die Ladekontrolle (schwarzer Flachstecker).
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Bild 07: Schrauben erstmal nur lösen. Oben 12er Maulschlüssel, unten 14er Nuss.
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Bild 08: Die Lichtmaschine ist jetzt lose und kann Richtung Motorblock gezogen werden, damit sich der Keilrippenriemen abnehmen lässt.
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Bild 09: Beide Schrauben können rausgedreht und die Lichtmaschine entnommen werden.
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Bild 10: Achtung! Die markierten Schrauben nicht über längere Zeit gleichzeitig lösen. Sie dienen nicht nur zur Halterung der Lichtmaschine und des Halterungsbügels, sondern verpressen gleichzeitig die Flanschverbindung des Kühlkreislaufes. Es könnte sonst passieren, dass Kühlwasser austritt. Also immer nur kurz lösen und wieder festziehen. In diesem Fall muss kurz die obere Schraube (12 Maulschlüssel) gelöst werden um den Halterungsbügel nach oben zu ziehen. Anonsten bekommt man die große Lichtmaschine nicht reinbugsiert.
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Bild 11: Anprobe der Astra-Lima. Es ist in alle Richtungen genügend Platz vorhanden.
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Bild 12: Nur haut die Flucht der Riemensscheiben noch nichts ganz hin. Also wieder raus mit dem Teil.
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Bild 13: An der Halterung werden die fehlenden Milimeter einfach weggeflext. Falls versehentlich zuviel Material abgetragen wurde, kann man das mit einer Unterlegscheibe wieder ausgleichen.
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Bild 14: Flucht vorhanden.
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Bild 15: Anprobe des Riemens. Sieht ganz gut aus.
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Bild 16: Da der originale Spannbügel zu kurz und versetzt ist, muss eine Verlängerung aus einem altem Blechwinkel her.
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Bild 17: Dann die passenden Löcher in das Flacheisen gebohrt. Hinten zur Befestigung des Flacheisens an der Lima wird die Schraube genommen, die vorher am Spannbügel
saß.
Der Original-Spannbügel und das Flacheisen müssen so aufeinander ausgerichtet werden, dass die Verbindungsschraube durch passt und noch Luft zum Spannen da ist.
Zur Verbindung der zwei Haltebügel wird die M8er Schraube + Muttern genutzt (13er Maulschlüssel und 13er Nuss). Um den Spalt auszugleichen habe ich ein Mutter und zwei U-Scheiben genommen. Eine passende Abstandshülse wäre jedoch besser.
Dabei das Spannen des Riemens nicht vergessen. Ist ein wenig kniffelig. Aber mit etwas Geduld, ist auch das kein Problem.
Dann noch unten die Halterungsschraube festziehen (14er Nuss).
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Bild 18: Soweit fast fertig. Nochmal kontrollieren ob alle Schrauben fest sitzen. Die Verkabelung überprüfen. Wasserbehälter montieren und Batterie wieder anklemmen.
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Abschließender Test:
Zündung an - Led muss leuchten.
Motorstart - Led muss erlöschen und es müssen ca. 14V Spannung anliegen ohne das Gas gegeben wurde.
Das wars. Ich hoffe es war halbwegs verständlich. Sicherlich ist hier und da ein wenig Improvistation gefragt. Aber es ist stabil und bis jetzt läuft alles prima. Den Halterungsbügel könnte man eventuell nochmal aus einem Teil fertigen. Mal sehen, was der TÜV zu dieser Konstruktion sagt. Wenn er sein OK gibt, dann wird da nichts mehr geändert.
Danke nochmal an Fabian, Dirk, Monster27 ohne die ich das nie gewagt hätte.
Gruß, Björn