Heute möchte ich mal was über diesen Woofer schreiben.
Das gute Stück ist jetzt bei mit schon ein paar Tage im Einsatz und so langsam denke ich kann man was dazu sagen.
Der 15W6 ist mit einem sehr stabilen Blechkorb ausgestattet, der aus dickem Blech gepresst wurde. Die Versteifungen im Korb sind sinnvoll geführt.
Der Antrieb besteht aus 2 Ferritscheiben, die von einer Gummikappe umhüllt sind und somit vor äußeren Einwirkungen doch gut geschützt.
Zur Kühlung befindet sich eine Polkernbohrung im Antrieb und der Spulenträger ist imho mehrfach gebohrt.
Die Schwingeinheit besteht aus einer Kunststoffmembran mit sehr großem - ich schätze 75mm - Spulenträger. Es sind 2 Spulen zu je 6 Ohm Nennimpedanz gewickelt, die an Terminals für Flachstecker Anschluss suchen. Die Anschlussterminals sind weniger gelungen. Die Zentrierung ist oben mittels einer Schaumstoffsicke realisiert die von hinten luftdicht versiegelt ist. Die hintere Zentrierung könnte sogar doppelt ausgeführt sein, da bin ich mir nicht sicher, das Material ist mir nicht bekannt.
Die Dustcap trägt das JL Audio Logo und ist ebenfalls aus Kunststoff.
Aber da interessiert ja ansich niemanden
Ich hab den Woofer in dem JL Audio Vorschlag gehört. Das klingt nicht. Nachdem ich die Einbaugüte wusste war mir auch klar weswegen das nicht klingen kann

Diese lag bei etwa 1.
Nicht klingen heißt natürlich nicht, dass man damit nicht Musik hören kann. Das geht schon, allerdigs mit deutlichen Abstrichen in Sachen Präzision.
Als nächstes wurde ein 80 Liter netto geschlossenes Gehäuse gebaut und der Woofer montiert. Eines vorweg: So ist er heut noch

Das entspricht einer Einbaugüte von 0.7 und ist in der Literatur als gute Kompromiss bekannt, wo ich nur zustimmen kann.
Der Woofer spielt sehr schnell - wir haben es mit einem 385mm Chassis zu tun, dessen Schwingeinheit ca 300 Gramm wiegt!
Ich würde die Spielart als ein klein wenig fett bezeichnen, was aber nicht wirklich schlimm ist und auch nicht stört.
Der Tiefgang ist im geschlossenen Gehäuse schon sehr gut, für mich geht jegliche Musik gut hinab - wer die Focal-DemoCD kennt und davon das Stück mit den Pauken ...
Insgesamt spielt der Woofer sehr musikalisch, selbst hohe Trennung (für mich 80Hz/12dB) ist kein Problem. Ansatzlos fügt er sich in die Musik ein und gibt eine sehr gute Erweiterung nach unten ab.
Die doppelte 6 Ohm Spule ist sicher nicht gebräuchlich ist aber sicher in verschiedenen Situationen von Vorteil. So kann eine 2 Kanalendstufe an 3 Ohm betrieben werden, was in den meisten Fällen funktioniert und somit noch etwas mehr Leistung abgefordert werden.
Für den Klangfreak sind 3 Ohm je Kanal beim Betrieb von 2 Stück möglich, was die Laststabilität nicht soll ausschöpft und somit ein guter Kompromiss aus Mehrleistung und schlechterer Kontrolle sein kann.
Als Testumgebung diente ein Alpine 9833R, der Basskanal einer Soundstream USA 305 (ca. 120W@3Ohm) und ein Polo 6NF.
Alles in allem ein sehr schöner Woofer. Neu nicht mehr zu haben, aber eben ein altes Schmuckstück.
Wer die 80 Liter geschlossen nicht aufbringen mag kann ggf. auch 2 Stück in Compound einsetzen

Dann sind 1,5 oder 6 Ohm wiederum günstige Werte - finde ich.
Gruß, Seb