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Physician

Ostkind

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Friday, February 24th 2006, 10:01am

Freiwillig zur Bundeswehr? - Erstmal schaffen!

Ich möchte euch heute mal einen ganz besonderen Erfahrungsbericht niederschreiben.

Anfang der Woche fand ich ein interessantes Stellenangebot. Es suchte die Bundeswehr, ein Kontakt sollte telefonisch erfolgen.
Gesagt, getan. Angerufen und mit dem netten Herrn gesprochen. Der verwies mich an den Wehrdienstberater, der auf dem für mich zuständigen Kreiswehrersatzamt sitzt. Also kurz den mal angerufen und einen Termin für den ersten März bekommen.

Bei der weiteren Recherche nach dem Einstiegsdienstgrad, den mir der Herr des ersten Kontakts genannt hatte, fiel mir auf, dass am ersten März der Bewerbungsschluss für eine Einstellung zum ersten Juli. Fand ich natürlich nicht gut, weil mir mittlerweile bekannt war, dass eine Bewerbung nur mit Formularen möglich ist, die der Wehrdienstberater bereithält.

Nun dachte ich mir "Schau eben, wo man diese Formulare her bekommt!", was sich als schwieriger erwies als gedacht. Die Kollegen vom nächsten Kreiswehrersatzamt, die zwar nicht für mich zuständig sind, aber ja auch passende Auskünfte geben sollten, erwiesen sich als wenig kooperativ. Einzig der Verweis an den zuständigen Berater wurde gegeben.

Also wieder zur Internetpräsenz. Diese ist sehr auskunftsreich, zeigt die Bürozeiten in den Außenstellen auf und sogar eine passende Telefonnummer dazu. Prima dachte ich. Leider weit gefehlt. Die Telefonnummer war von einem privaten Unternehmen und half mir gar nicht weiter.
Da die Außenstellen Büros in den Arbeitsagenturen sind, wäre ein Anruf dort gut. Leider sind auch die Auskünfte auf deren Internetpräsenz (www.arbeitsagentur.de - hier wurde die Stellenausschreibung gefunden!) nur unvollständig. Von der Agentur, in der ich den Berater antreffen wollte keine Telefonnummer. Die der übergeordneten Agentur war zu finden, half mir ja aber nicht, da ich ja den Berater direkt erreichen wollte.
Ein Anruf in der Agentur (Nummer dann bei www.google.de gefunden) lies mich später erst stutzen. Dort sagte man mir, der Berater hätte am Nachmittag freie Sprechzeit. Meine Frage bezüglich des Wegs konnte nicht beantwortet werden, da meine Gesprächspartnerin nicht wie erwartet in der gesuchten Agentur saß, sondern in der Übergeordneten, die etliche Kilometer entfernt ist.

Gut, wir haben eine Zeit, eine Adresse. Also Unterlagen gepackt und ab auf den Weg. 40km später die Agentur erreicht. Dort wurde ich in den dritten Stock verwiesen. Ein Mitarbeiter auf dem Gang wusste, dass dieser Berater zuletzt im ersten Stock zu finden war. Die Suche von nahezu 20 Minuten Dauer blieb erfolglos. An der Rezeption dann ein Lichtblick. Dort wusste man, dass schon eine Nachfrage zum Wehrdienstberater aufkam, an diesem Tage. Leider wurde auf einem herumliegenden Blatt Papier lediglich "fällt aus" notiert.
Die Kopie dessen, auf der verschiedene Telefonnummern des entsprechenden - für mich zuständigen - Wehrkreisersatzamtes halfen mir nicht weiter - Anrufaufzeichner.

Die Entscheidung war schnell getroffen, ab zum Kreiswehrersatzamt! Die nächsten 25km waren nicht langweilig, ist ja ein Radio im Auto, Sprit kost' nix und dann fahren wir ja auch gern Auto.

Die Ankunft beim Amt ließ Hoffnung aufflammen. Dort stand doch tatsächlich auf einem Schild, dass bis 16 Uhr Sprechzeit ist. Blick auf die Uhr, 15 Uhr 12. "Jetzt gehts los" dachte ich.

Aber ihr ahnt es sicher schon. Ich schreib das hier ja nicht zum Spaß.

Der gute Mann am Eingang sagte die Wehrdienstberater sind nicht im Haus. Er könne auch nix annehmen. Ich solle mich im ersten Stock beim ABZ (Was hieß das doch gleich? Irgendwas mit Beratungszentrum wars doch +grübel+) melden. Dort traf ich drei Frauen an, die ungläubig schauten. Eine sprang mit den Worten "Ich geh schon ..." auf und kam die 2 Meter bis an den Tresen gelaufen.
Ihre Auskünfte beschränkten sich darauf, dass die Berater nicht im Haus seien. Auf meine Frage bezüglich der Bewerbungsfrist und den Bewerbungsformularen ebenfalls keine Hilfe.
Die einzige Hilfe die mir in die Hand gegeben wurde, war ein Zettel mit der Telefonnummer der Beratungsstelle 30 Kilometer weiter. Ich entschied mich den Weg nicht auf mich zu nehmen. Genug Kraftstoff vertrödelt, Karte hatte ich keine dabei und die Zeit war auch schon um. 16 Uhr scheint da Arbeitsschluss zu sein, so wenigstens die Mentalität auf dem Gang und das Schild vor dem Haus. Die 30 Kilometer hätte man vermutlich vor 16 Uhr eh nicht geschafft.

Die Fahrt nachhaus - weitere 25 Kilometer - belustigte ich mich über die erlebten Begebenheiten. Ich hätte heulen können, so traurig ist das für diese Institution. Immerhin halte ich jetzt eine Kopie in Händen, die das Kreiswehrersatzamt als Zentrum für Nachwuchsgewinnung (ZNWG) bezeichnet. Leider ist das Zentrum hier eben anders zu verstehen als in der freien Wirtschaft.

Eine Zusammenfassung ist denke ich nicht nötig. Ich möchte nur anmerken, dass man von der Internetpräsenz einen guten Eindruck gewinnt und denkt, die Bundeswehr sucht in der Tat qualifiziertes Personal. Beim konkreten Versuch stellt sich das aber irgendwie anders dar. Schade.

Mein Vorhaben eine Bewerbung abzugeben ist indes noch vorhanden, der Termin am Stichtag steht ja. Ich möchte hoffen, dass dort eine Bewerbung direkt möglich ist und noch für den relevanten Termin gilt. Warten wir mal ab, was da noch alles passiert ...

Nachdenkliche Grüße, Seb

POINTman

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2

Friday, February 24th 2006, 11:33am

Sersn,

Na da haste ja mal richtig was erlebt! :D

Bei der BundesWehr gibt es halt eigene Gesetze und dort läuft alles etwas anders! ;)
Hast du nicht schon deinen Grundwehrdienst absolwirt? Dann würdest wissen wies dort abläuft....

MfG - Frank

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Fabian

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Friday, February 24th 2006, 12:13pm

Ich würde sagen, die suchen qualifizierte Leute damit sich diese Zustände bessern. Aber dem steht entgegen, das qualifizierte Leute in dem "Laden" gar keine Möglichkeiten haben, irgendwas zu bewirken.

Erinnert mich irgendwie an Post, Bahn und andere Staatsunternehmen. Wenn ich dran denke, was da an Steuergeldern verpulvert wurde, bzw. wird. Grrr!

Gruß

Fabian
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sprudel

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4

Saturday, February 25th 2006, 10:29pm

Was hat der Bund denn für so interessante Angebote, Seb?

Ich bin grad dabei, das komplette Gegenteil zu verwirklichen - Verweigerung schreiben. Ich fass es echt nicht, dass man denen sowas für Geschwaffel erzählen muss damit man nicht hin muss. Wieso reicht nicht einfach ein "Nein danke!". Aber najut sollen sie ihren Roman bekommen. :] :tongue:

nic

Sneed

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5

Sunday, February 26th 2006, 12:08am

Hey, da muss ich mich mit fast den gleichen Problemen rumschlagen...

Möchte Freilwillig zum Bund, Termin beim Wehrdienstberater bereits hinter mir... aber alle total freundlich und absolut zuverlässig...


ABER:
Beim Arbeitsamt......................

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Hitower

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Monday, February 27th 2006, 12:32pm

Hi

Ja genau deshalb ist es so schwer in der Bürokratie klarzukommen...

Ich meine die schmeißen einem Immer nur Steine in den Weg!

Warum geht es nicht so einfach: Per Mail habe ich einen Termin bei der AA bekommen! Da erstmal zur allgemeinen Beratung und dann zur persönlichen...

Da war es noch einfach...

Gruß
Daniel



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Ostkind

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7

Monday, February 27th 2006, 3:47pm

Quoted

Original von sprudel
Was hat der Bund denn für so interessante Angebote, Seb?

Ich bin grad dabei, das komplette Gegenteil zu verwirklichen - Verweigerung schreiben. Ich fass es echt nicht, dass man denen sowas für Geschwaffel erzählen muss damit man nicht hin muss. Wieso reicht nicht einfach ein "Nein danke!". Aber najut sollen sie ihren Roman bekommen. :] :tongue:

nic


Die suchen Diplom-Ingenieure, Diplom-Informatiker und so weiter. Ab Geburtenjahrgang '79 besteht wohl ein großer Bedarf ...

Die Verweigerung ist aber endgültig. Später kannst du die Bundeswehr als Arbeitgeber dann abschreiben. Wenigstens bei nicht-zivilen Stellen, sollte der KDV-Antrag als unüberwindliches Hindernis im Weg liegen.

Das Amt konnte ja nix dazu. Die wussten nicht, wo der Kerl ist, vermutlich weil nicht mal eine Abmeldung/Absage vorlag.
Ich fand deren Arbeit soweit okay.

Gruß, Seb

8

Tuesday, February 28th 2006, 12:51am

Quoted

Original von sprudel
Wieso reicht nicht einfach ein "Nein danke!".


Wieso, reicht doch?!? Also ist doch wirklich in einem Satz zu machen, musst dich nur auf den Paragraphen sowieso berufen und darauf, dass dein Gewissen es dir nicht erlaubt, Dienst an der Waffe zu leisten. Fertig.

Wenn du dich einfach nur drücken willst, würde ich mich sowieso lieber ausmustern lassen. Aber das musst du wissen.

@Seb: Ich denke, man braucht nix mehr zu sagen... So läuft das halt in Deutschland. Trotzdem weiterhin viel Glück bei der Arbeitsplatzsuche!


Viele Grüße,
Olli
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Verbaut in einem Golf 4

Lars

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9

Tuesday, February 28th 2006, 2:48pm

Quoted

Original von sprudel

Ich bin grad dabei, das komplette Gegenteil zu verwirklichen - Verweigerung schreiben. Ich fass es echt nicht, dass man denen sowas für Geschwaffel erzählen muss damit man nicht hin muss. Wieso reicht nicht einfach ein "Nein danke!". Aber najut sollen sie ihren Roman bekommen. :] :tongue:

nic


Versteh ich gar nicht. Ich musste gar nichts verfassen. Ich wurde bei der Musterung gefragt ob ich denn überhaupt Wehrdienst machen wolle. Verneint und dann einfach irgendso ein Formular unterschrieben. Fertig.

Wurde dann zwar sowieso ausgemustert, aber Verweigerung schreiben gehört, so dachte ich, schon zu den Legenden.

MfG
Lars

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Ostkind

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10

Tuesday, February 28th 2006, 10:08pm

Danke Olli :)

Heute kam ein Rückruf :D

Der Onkel meinte doch ernsthaft mir sagen zu müssen, ich hätte mich eher melden sollen und etwas Einsatz meinerseits wäre schon nötig.

Es hat dann direkt fünf Anläufe gebraucht, bis er verstanden hat, dass ich das Stellenangebot erst eine Woche zuvor gelesen habe. Aber selbst nach Einsicht dessen war nach der Angabe, er und seine Kollgen waren auf Weiterbildung, Schluss.

Direkt eine Bewerbung ausfüllen scheint fast unmöglich. In der einen Stunde, die er für den Termin reserviert hat, kann scheinbar der Ablauf der ganzen Geschichte nicht in Worte gebracht und - gleichzeitig - die Bewerbungsunterlagen ausgefüllt werden.
Weiterhin muss er die Unterlagen dann auch kontrollieren, etc.

Mein bisher wenig positiver Eindruck hat sich dahingehend nicht verändert :(

Naja, schauen wir mal, wie es kommt.

Gruß, Seb

p.s. Achso, er bot natürlich an, nur die Bewerbung auszufüllen. Leider würde ich dann in der OPZ in Köln evtl. dumm aus der Wäsche schauen ...
Soviel zum Gedanken einer unverbindlichen Bewerbung. ?(

sprudel

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11

Tuesday, February 28th 2006, 10:23pm

Quoted

Original von Cakedrummer

Wieso, reicht doch?!? Also ist doch wirklich in einem Satz zu machen, musst dich nur auf den Paragraphen sowieso berufen und darauf, dass dein Gewissen es dir nicht erlaubt, Dienst an der Waffe zu leisten. Fertig.
Viele Grüße,
Olli


Jein, der Bund hat mir ein schönen Zettel mit in die Hand gedrückt, auf dem steht, eine "ausührliche Erläuterung des Gewissenskonfliktes". Sprich du musst hinschrieben, durch PW Unterricht, durch Besuche von KZs, durch Erziehung, durch Religion etc. Das ganze dann noch mit 2/3 Sätzen und dann hast dus - hoff ich mal. Aber es ist halt doch ein wenig Arbeit sich solch ein gelabbere ausn Fingern zu ziehen.....

Viel Glück bei der weiteren "Warterei", Seb!

nico

ps. Den Paragraphen den du meinst, ist, Paragraph 4 Absatz 3 des GGB.

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Ostkind

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12

Wednesday, March 1st 2006, 4:32pm

Der Besuch heute gestaltete sich anders als erwartet.

Er hatte Rücksprache gehalten und konnte mir erklären, dass diese Frist für mich weniger bindend ist, da die Einstellung zum 01.07. aufgrund des Studiums bei der Bundeswehr nötig ist. Da ich mein Studium ja schon abgeschlossen habe ist das also schon mal hinfällig.

An sich habe ich nur wenig neues erfahren, nun jedoch die Formulare in der Hand.

Jetzt schauen wir mal. Die Sache spricht mich ansonsten immernoch sehr an. Die Sozialleistungen sind gut, wobei man sagen muss, dass dies im Sinne einer Familiengründung auch nötig ist - Ortswechsel wird öfter vorkommen.

Die Perspektiven bei dem Verein sind aber gut. Bei einer 12jährigen Dienstzeit sind die letzten 24 Monate zur persönlichen Weiterbildung reserviert. Ein ferner Bekannter hat so seinen Meister gemacht ...

Der Vergleich des Beraters, dass ein Offizier dem Manager eines Wirtschaftsunternehmens entspricht, hat auch was für sich. Macht man in den 24 Monaten einen MBA, hat man in der Wirtschaft sicher ganz gute Chancen. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit als Berufssoldat bis zur Rente/Pension dort anstellig zu bleiben.

Fazit: Wenn man damit klar kommt, kann das eine erstrebenswerte Sache sein!

Gruß, Seb

POINTman

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13

Thursday, March 2nd 2006, 2:56am

Quoted

Fazit: Wenn man damit klar kommt, kann das eine erstrebenswerte Sache sein!


Wenn man die Regeln befolgt und immer schön brav ist kann man da schon was aus sich machen!

Ist dann nur die Frage ob mans 12 Jahre aushält oder man vorher erschossen wird!? ;)

MfG - Frank

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