..hum ...sowas könnte schon genial sein. Träum ich schon lange davon ..aber wenn ich ehrlich bin, bin ich etwas zu feig für diese Aktionen! Ziehst Du da wirklich einfach von A nach B ohne ALLES?! Wie lange warst Du da dann durchschnittlich unterwegs?!
Ich bin normalerweise immer 3 Wochen unterwegs.
Joa. Ohne alles. Nur mein Zelt, mein Benzinkocher, mein Essen und meine Klamotten.
Feige braucht man deshalb nicht sein. Aber ich glaube davor hatte jeder mal bammel. Nur wenn man es einmal gemacht hat, dann merkt man, dass es eigentlich relativ einfach ist. Man muss nur gewisse Grundregeln beachten.
Ich stelle die mal zusammen, denn wenn du das mal machen willst ist das relativ wichtig (ungeordnet).
- Alle 4 Tage sollte man an einen Versorgungspunkt kommen. Sprich eine Hütte (z.B. vom norwegischen Wanderverband) oder in ein kleineres Kaff.
- Entweder einen Tag vor oder nach dem Versorgungspunkt sollte man auch einen Ruhetag einlegen bei dem sich die Muskeln regenerieren können. Der Ruhetag ist auch dafür da, dass man Zeit gewinnen kann, wenn man eine Strecke falsch kalkuliert hat.
- Wichtige Zeitpunkte (z.B. Abfahrt einer Fähre, Abreise, etc.) sollte man immer nach diesem Ruhetag planen.
- Magnesium, Magnesium und nochmal Magnesium - Man muss das Zeug auf gut Deutsch in sich förmlich rein fressen.
- Traubenzucker um dem Mittagstief vorzubeugen
- Immer für 2-3 Tage Notration + Brennstoff dabei haben. Der sogenannte "heilige Vorrat" sollte eigentlich nie angerührt werden.
- Wichtig ist, dass man die erste Woche nicht zu hart plant. Die Muskeln gewöhnen sich in der Phase erst an das mordsmäßige Gewicht. Auch gewöhnst du dich erst an das relativ schwere Gelände.
- Wanderstöcke entlasten unheimlich (Also solche Teleskop-Teile)
- Wanderschuhe sollten eingelaufen sein.
- Es gibt nix besseres als eine gute Funktionsjacke mit hoher Wassersäule, einem schönen Fleece-Pulli und einer guten Trekking-Hose. Da sollte man auf Marken-Quali achten.
- Nie abseits der Route laufen. Erst recht nicht, wenn man Gletscher überquert. Das kann tödlich enden. Ggf. Karte-Kompass üben und trainieren.
- Eine Signalpistole leistet gute Dienste (hatte aber selber nie eine dabei)
- Gewicht ist der Killer hoch 3! Du wirst jede 100g merken. Deshalb nie Dosen-Futter nehmen, sondern immer dehydriertes Essen. z.B. CusCus, Nudeln, Soßenpulver, (mehr fällt mir nicht ein). Nie mehr als nötig an Klamotten mit nehmen. Du musst dich eh damit abgeben, dass du gen Himmel stinkst. *lol*
- Das ist jetzt ganz ehrlich gemeint: An gewissen Stellen lässt es sich nicht vermeiden, dass Schwärme von Fliegen und Mücken über dich und dein Essen herfallen. Probiere sie garnicht erst zu verscheuchen. Rühre einfach um und iss es und denke, dass es nur eine extra Portion Eiweiß ist. *lach*
- Netze für das Gesicht sind sehr gute Erfindungen
- Ein Handy bringt in der Pampa nix - außer Gewicht.
- Und das ist jetzt ne sehr große Bitte: Müll hat in der Natur nix verloren. Das nimmt man bis zum Versorgungspunkt mit. Auch Toiletten-Papier sollte man z.B. vergraben. (Bei der Notdurft ist es genial, wenn die Mistviecher von Stechmücken dein blankes Hinterteil masakrieren *lach*)
- Solltest du ein Zelt kaufen müssen, dann achte darauf, dass es ein Schlauchzelt ist. Das kann man auch bei strömendem Regen aufbauen (Innenzelt muss nicht zuerst stehen)
- Regenklamotten zum drüber ziehen sind auch ne gute Idee
- Zip-Lock-Beutel (von Toppits z.B.) sind gut um die Klamotten darin einzupacken. Dann kann nix naß werden, wenn es mal kräftig regnet.
- Der Schlafsack sollte im Komfort-Bereich gut an das Land und die Jahreszeit angepasst sein. Daunenschlafsäcke bekommt man nie wieder trocken, wenn sie einmal naß geworden sind.
Aber es gibt noch 3 Dinge die du definitiv beachten musst:
A) der Weg ist das Ziel
B) Es gibt nix genialeres als auf einem Vorsprung einer Klippe zu sitzen die senkrecht x hundert Meter in das Meer führt, den Sonnenuntergang zu sehen und die Füße hinunter baumeln zu lassen. Anfangs ist es noch Adrenalin und dann, wenn man ein paar Minuten sitzt, ist es einfach nur Entspannung pur. *träum*
C) Wer denkt, dass er schon mal kaltes Wasser erlebt hat, der hat noch nie in einem Gletscher-See gebadet.
Ich hoffe, dass ich dich jetzt nicht ganz abgeschreckt habe. Aber ich kann es jedem nur raten das mal mit zu machen! Die ganzen kleinen Regeln die ich dort oben zusammengeschrieben habe (und bestimmt viele vergessen habe) beachtet man sehr schnell intuitiv. Das ist wie, wenn du ne Endstufe verkabelst und einstellst. Da denkt man auch nimmer wirklich bewusst.
MfG Phil